Lecker Pilz

Allgemein

  1. LOSGEHEN: Wer sucht, der findet - oder sammelt zumindest Erfahrungen. Auf die exakt richtige Zeit warten bringt nichts, man verpasst nur Chancen. Ihr könnt euer "Pilzglück" beeinflussen, indem ihr mehr Zeit in Wald und Wiesen verbringt. Völlig banal, aber eben auch absolut wahr und der Hauptgarant für Erfolge.

  2. MUSTER DURCHBRECHEN: Das schreibt jeder Pilzguide: Nicht am Sonntag gehen, morgens gehen, 3 Tage nach dem Regen blabla dies das. Das ist ja alles nicht falsch, aber zum einen lesen viele Leute genau diese Guides und zum anderen greift wieder die oberste Regel: Losgehen gewinnt immer gegen zu Hause bleiben. Geht auch bei vermeintlich schlechten Bedingungen nachschauen und ihr werdet schon sehen.

  3. ANPASSEN: Passt euch der Situation an: Trockenphase? Sucht windgeschützte, kühle Senken und Schattenhänge. Sehr nass? Ab auf die Hügelspitzen oder auf sandige, offene Ebenen mit Sonne. Arbeitet mit diesen Variablen und ihr bekommt bald ein Gefühl für eure Spots. Bis ihr eines Jahres unweigerlich wieder total überrascht werdet und noch mehr dazulernt.

  4. HOTSPOTS SIND OK: Es muss nicht immer der hinterste Urwaldwinkel sein, auch in völlig abgelatschten Gebieten könnt ihr immer wieder tolle Funde machen. Vor allem dann, wenn ihr genau hinseht. Beliebte Areale sind ja nicht umsonst bekannt, sondern weil sie trotz hoher Frequentierung immer abliefern. Beispiel: Ich finde manchmal dicke Steinpilze direkt an einem Parkplatz eines ziemlich bekannten Pilzgebietes - die stehen halt direkt hinter der Hecke, aber die Leute laufen brav erst 20m weiter in den Wald rein, weil der Pfad so verläuft. Einige meiner besten Edelreizker habe ich quasi unter den Reifen parkender Autos hervorgezogen.

  5. HÖFLICH NACHAHMEN: Alle Pilzsuchys kennen das: Ein altes knorriges Pärchen, das gerade noch so in den Wald laufen kann und maximal einen halben Hektar absucht, kommt mit prall gefüllten Körben aus dem Unterholz. Und das an Stellen, die man nicht vermutet hätte und auch nie mit solchen Ergebnissen verlassen würde. Jahrzehnte der Erfahrung lassen sich auch nicht mal eben so runterladen in einem Gespräch (und nicht jede*r möchte seine Geheimnisse preisgeben). Und ihr sollt sie natürlich auch nicht durch den Wald stalken... Stattdessen einfach kurz überschlagen was für ein Habitat sie gerade besucht haben (Laub? Nadel? Feucht? Hanglage...? und mit diesem Wissensboost sodann eure eigenen Erfahrungen machen.

  6. GROOVE FINDEN: Es gibt Suchstile, und wenn ihr den für Euch passenden findet, bringt das mehr Freude und auch Erfolge. Die einen versuchen ein möglichst großes Areal abzudecken, die anderen gehen akribischer vor und bleiben lange auf kleiner Fläche. Manche suchen systematisch, andere eher erratisch. Alles funktioniert, aber zu euch passen sollte es. Wie man das rausfindet? -> Regel 1.

Edelreizker:

Weg. Wegesrand. Alter Weg, breiter Weg, schmaler Weg, irgendein Weg. Habe ich schon Weg gesagt? Es ist irgendwie komisch, weil es so unnatürlich anmutet - aber Reizker finden festgepackten Boden einfach geil. Ob da jetzt Kies, Sand, feinster Humus oder sonstwas festgepackt ist, ist zweitrangig. Auch da wo der Forstwirt mit dem Harvester drüberfährt gibt es Reizker. Auch auf Parkplätzen, an Straßen... Natürlich gibt es auch Reizker "auf Abwegen" - aber ihr findet mehr, wenn ihr dem Weg treu bleibt. Für den Edelreizker wäre noch wichtig zu erwähnen, dass irgendwo in der Nähe ne Kiefer stehen sollte.